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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 13.09.2017 um 10:10:13

Köthen: Freie Schule Anhalt beschäftigt drei Mitarbeiter mit Handicap

Die Leiterin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, Sabine Edner (2. von links), im Gespräch mit dem Schulleiter der Freien Schule Anhalt in Köthen, Ferenc Makk (rechts) und zwei Mitarbeitern mit Behinderung: Hausmeister Maik Kürbitz (links) und Pädagogische Mitarbeiterin Carolin Doller (2. von links). Die Leiterin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, Sabine Edner (2. von links), im Gespräch mit dem Schulleiter der Freien Schule Anhalt in Köthen, Ferenc Makk (rechts) und zwei Mitarbeitern mit Behinderung: Hausmeister Maik Kürbitz (links) und Pädagogische Mitarbeiterin Carolin Doller (2. von links).
Foto: Florentine Wollenheit Galerie (1 Bild)
Schwierige Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung.

Köthen (fw/red).
„Die Situation für Menschen mit Behinderung ist auf dem Arbeitsmarkt trotz der positiven Entwicklung im Landkreis An­­halt-Bitterfeld weiterhin an­­gespannt. Insgesamt suchen 313 Arbeitnehmer mit Handicap eine Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es fast 14 Prozent weniger (49 Personen), die arbeitslos sind“, beschreibt Sabine Edner, Chefin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, die Ar­­beitsmarktsituation für Menschen mit einem Handicap.

Dass es erforderlich ist, schwerbehinderte Menschen mehr in den Arbeitsalltag zu integrieren, zeigt die Beschäftigungsquote. Gemessen an allen Arbeitsplätzen beträgt die Beschäftigungsquote für Menschen mit Behinderung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 3,2 Prozent. Insgesamt sind im Landkreis fast 1.400 sogenannte Pflichtplätze von Unternehmen einzurichten. Das bedeutet eine Quote von fünf Prozent pro Unternehmen. Davon sind 939 bereits besetzte Pflichtplätze zu verzeichnen. Gut qualifizierte Arbeitslose mit Behinderung sind in allen Berufsgruppen, auch in sogenannten Engpassberufen, zu finden.

„Es ist wichtig, dass sich alle Arbeitsmarktakteure für die gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben einsetzen. Eine Schwerbehinderung ist überwiegend nicht angeboren, sondern entwickelt sich im Laufe des Lebens durch ein einschneidendes Ereignis. Es könnte also jeden von uns treffen. Wenn uns etwas passiert, würden wir dann nicht auch wollen, dass wir unseren Platz im Arbeitsleben und der Gesellschaft behalten dürfen? Es gibt viele gute Beispiele von Unternehmen, die sich bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung erfolgreich engagieren. Ich hoffe, dass diese Beispiele Schule machen“, sagt Edner weiter.

So auch bei der Freien Schule Anhalt, die aktuell drei Mitarbeiter beschäftigt, die auch zu der Personengruppe der Schwerbehinderten zählen. „Diese Schule soll für alle da sein. Wir wollen Menschen mit Schwerbehinderung oder Migrationshintergrund nicht als besonderes Beispiel, sondern ganz selbstverständlich einbeziehen. Ich habe mit unseren Kollegen trotz eines Handicaps nur die besten Erfahrungen gemacht. Sie überzeugen uns täglich erneut mit Engagement und Einsatzbereitschaft. Die gesundheitlichen Einschränkungen sind in unserem Arbeitsalltag nicht spürbar und wirken sich auch nicht auf die jeweiligen Tätigkeiten aus“, beschreibt Ferenc Makk, Geschäftsführer der Freien Schule Anhalt.

Die Privatschule unter dem Träger Gemeinschaftsschule Anhalt e.V. integriert sowohl Mitarbeiter als auch Schüler mit Behinderung.

„Arbeitgeber sollten ihre Vorbehalte gegenüber der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung überdenken. Wem die Kosten der besonderen Arbeitsplatzgestaltung geht Sorgen bereiten, der kann sich finanzielle Unterstützung vom Integrationsamt holen“, so Edner abschließend.

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