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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 13.04.2017 um 08:09:17

Schatzkammer der Reformation

Kurator Dr. Adrian La Salvia, Mitkuratorin Nadine Willing-Stritzke (l.) und Martine Kreißler, Leiterin der Wissenschaftlichen Bibliothek, vor einer wertvollen Bibelausgabe aus dem 15. Jahrhundert. Kurator Dr. Adrian La Salvia, Mitkuratorin Nadine Willing-Stritzke (l.) und Martine Kreißler, Leiterin der Wissenschaftlichen Bibliothek, vor einer wertvollen Bibelausgabe aus dem 15. Jahrhundert.
Foto: Foto: Anke Katte

Dessau (ak). Sie dürfte zu den Highlights und  Besuchermagneten im Reformationsjubiläumsjahr 2017 werden: Am 9. April wurde in Dessau die Sonderausstellung „Schatzkammer der Reformation. Das UNESCO-Dokumentenerbe im Spiegel der Büchersammlung des Fürsten Georg III. von Anhalt“ eröffnet.

Bis zum 9. Juli sind im Kellergewölbe des Johannbaus (Mu­­seum für Stadtgeschichte Dessau) 60 originale Drucke, Handschriften und Illustrationen aus dem Mittelalter und der Zeit der Reformation zu sehen. Zu den Höhepunkten der von der Anhaltischen Landesbücherei Dessau konzipierten Schau zählt neben der Mitschrift der Römerbrief-Vorlesung Martin Luthers die Dessauer Cranachbibel mit Miniaturmalereien von Lucas Cranach dem Jüngeren.

Zu verdanken hat Dessau diesen einmaligen Schatz, der seit 1991 in der Wissenschaftlichen Bibliothek im Palais Dietrich sorgsam behütet wird, dem Fürsten und Theologen Georg III. von Anhalt (1507 - 1553).
Unter dem Einfluss seiner streng katholischen Mutter, Margarethe von Münsterberg (1473 - 1530), schlug Georg eine geistliche Laufbahn als Domherr in Merseburg und Dompropst in Magdeburg ein. Das Fürstenhaus unterhielt gute Kontakte zu Martin Luther. Die Regentin schreckte jedoch vor den gesellschaftlichen und politischen Folgen der Reformation zurück und schmiedete 1525 gemeinsam mit weiteren katholischen Fürsten den sogenannten „Dessauer Bund“, der auch von ihrem Cousin, dem Magdeburger Erzbischof Albrecht, unterstützt wurde.  

Erst nach dem Tod seiner Mutter bekannten sich Georg III. und seine Brüder Johann und Joachim öffentlich zum neuen Glauben.
Schon bald entwickelte sich Georg III. neben seinen Aufgaben als Landesfürst zu einem der wichtigsten Köpfe der neuen reformatorischen Bewegung. Luther selbst hatte Georg III. 1545 im Merseburger Dom zum ersten evangelischen Bischof ordiniert. In dieser wichtigen Position war Georg III. gemeinsam mit Melanchthon wesentlich an der Neuordnung der kursächsischen Landeskirche beteiligt.

Georg III. sammelte nicht nur Predigten und Flugschriften der Reformatoren und ihrer Gegner, er war auch selbst ein großer Sprachenkenner und beherrschte neben dem damals obligatorischen Latein auch Griechisch und Hebräisch. Die von ihm verfassten Predigten und Schriften erschienen in einer Sammelausgabe und gelten als eine Auswahl aus seinem Gesamtwerk. Unveröffentlicht blieb hingegen sein theologisches Hauptwerk, ein über tausendseitiger (!) Dialog über das Abendmahl.
Georg III. stand im regen Briefwechsel mit geistlichen und weltlichen Würdenträgern, u. a. Albrecht von Brandenburg, August von Sachsen, Karl V., Martin Luther und Philipp Melanchthon. In den Briefen wurden theologische und kirchenpolitische Fragen erörtert.

Neben Wittenberg kann sich Dessau also mit Fug und Recht als Hauptschauplatz der Reformation bezeichnen. Besucher der Ausstellung können der fürstlichen Familie auf ihrem Weg zur Reformation näher kommen, in theologische Dispute eintauchen oder einfach nur die Schönheit der wertvollen Bücher und Handschriften auf sich wirken lassen.
„Vor 500 Jahren war es schon äußerst außergewöhnlich, wenn jemand 50 Bücher besaß. Bücher waren äußerst wertvoll und schwer zu bekommen. Die Dessauer Fürstenbibliothek umfasste aber mehr als 2.000 Bände und stapelweise Handschriften. Die Aufnahme der Römerbrief-Vorlesung in das Weltdokumentenerbe der UNESCO im Herbst 2015 unterstreicht die herausragende Bedeutung der Büchersammlung Georgs III.“, erklärt Dr. Adrian La Salvia, Leiter der Anhaltischen Landesbücherei Dessau und Kurator der Ausstellung.

Während des 2. Weltkrieges wurden die wertvollen Bestände der Bibliothek in einem stillgelegten Salzbergwerk bei Bernburg untergebracht, berichtet Martine Kreißler, Leiterin der Wissenschaftlichen Bibliothek. Von den ursprünglich 84 Kisten waren 1947 nur noch 40 auffindbar. Ein großer Teil wurde von der Trophäenkommission der Roten Armee aus Solveyhall abtransportiert und befindet sich heute als „kriegsbedingt verlagertes Kulturgut“ in der Russischen Staatsbibliothek in Moskau.

Begleitprogramm

Zur Sonderausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm aus Vorträgen, Konzerten, Sonderführungen, museumspädagogischen Angeboten und einer wissenschaftlichen Konferenz im Juni.
Am 27. April, 19 Uhr, thematisiert Prof. Dr. Karl-Heinz Göttert „Luthers Bibel“ als Geschichte einer feindlichen Übernahme.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Öffentliche Führungen: jeweils Samstag 14 und Sonntag 10 Uhr
www.schatzkammer-der-
reformation.de

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