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Supersonntag > Bernburg > Im Ehrenamt kaum noch zu schaffen - Hohe Auflagen bringen Narren an ihre Grenzen >
Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 28.02.2019 um 07:09:29

Im Ehrenamt kaum noch zu schaffen - Hohe Auflagen bringen Narren an ihre Grenzen


Foto: Anke Katte (Archiv)
Debatte um öffentliche Unterstützung und Rahmenbedingungen.

Sachsen-Anhalt (TW). Viele winken ab, wenn sie vom Karneval hören. Sie mögen den bunten Faschingstrubel einfach nicht. Aber ebenso viele freuen sich über den Frohsinn und die Heiterkeit, die an den närrischen Tagen versprüht wird. Spätestens, wenn sich die eigenen Kinder verkleiden und Spaß haben wollen, erwacht auch beim größten Karnevalsmuffel das Kind im Manne. Besonders magnetisierende Wirkung strahlt der Straßenkarneval aus. Wenn die Jecken allerorten das Alltagsgrau vergessen lassen und große wie kleine Gassen in ein Meer aus Farben verwandeln.
 
Mehr zum Thema mit Meinungen aus Halle, Sandersdorf und Aschersleben gibt es im Sachsen-Anhalt-Podcast:


 
Das ist Brauchtum und in den Menschen seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten tief verwurzelt. Doch die ehrenamtlichen Karnevalisten stoßen mehr und mehr an ihre Grenzen. Bürokratische Vorgaben und Auflagen machen ihnen die Organisation von Festumzügen zunehmend schwerer. Die Ehrenamtler fühlen sich oft im Stich gelassen und gewinnen den Eindruck, dass alles auf sie abgewälzt wird. Offizielle Stellen wie Land oder Kommunen kehren dem Engagement immer stärker den Rücken zu.

In Köthen, wo die Karnevalsgesellschaft Kukakö einen der medienwirksamsten Rosenmontagszüge in Sachsen-Anhalt veranstaltet, halten die Macher nicht mit Kritik hinter dem Berg. Die öffentliche Seite fahre ihre Beteiligung seit Jahren zurück und zwinge damit das ehrenamtliche Engagement permanent zum Verschleiß, schimpft Senatspräsident Ronald Mormann. Mormann, der auch kommunal- und landespolitisch aktiv ist, sieht diesen Raubbau in seiner Stadt aber nicht nur beim Rosenmontagszug und beim Kuhfest seines Vereins, sondern auch beim Citylauf oder dem Engagement der vielen Sportvereinsmitglieder und -vorstände. Die Stadt Köthen beschränke ihre Unterstützung für den Rosenmontagszug auf die einmalige Anmietung einer größeren Kehrmaschine, und der städtische Bauhof unterstütze den Köthener Karnevalsumzug bei der Beschilderung und Absperrung.

Mormann kritisiert außerdem, dass sich die kommunale Köthen Kultur und Marketing GmbH seit 2018 nicht mehr finanziell einbringt und ab 2019 auch keine technische Unterstützung mehr gibt. Dabei habe gerade diese Gesellschaft den Kukakö-Rosenmontagszug über viele Jahre als wichtiges Köthener Marketing-Event unterstützt.

Nicht ganz so scharf äußern sich die Karnevalisten aus Aschersleben. Im Gegenteil, sie loben sogar die gute Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Ordnungsamt der Stadt. Martin Schwemmer zieht für den ACC Union (Ascherslebener Carnevalsclub) die Fäden für den großen Festumzug am Sonntag vor Rosenmontag. Allein für die Sicherheit sind 30 Leute im Einsatz, was den etwas mehr als 100 Mitglieder zählenden Verein bereits stark personell fordert. Ein guter Partner in Aschersleben ist der Sportverein, der helfend einspringt.

Hubert Otte vom Sandersdorfer Karnevalsverein weiß ebenfalls um die Problematik steigender Kosten und Auflagen. Er und viele Getreue veranstalten am Sonntag vor Rosenmontag den Festumzug in Sandersdorf. Ein gewaltiges Paket muss von Ehrenamtlichen gestemmt werden, um vor allem den Straßenkarneval auf die Beine zu stellen. Mindestens genauso schwierig wie der finanzielle Part ist die Absicherung der Auflagen die mit der Erlaubnis einhergehen, sagt Otte.

In Halle funktioniert die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden trotz aller Vorschriften immer besser, berichtet Ingo Küßner vom Halle-Saalkreis Karneval Verein (HSKV). Wenn am Rosenmontag der Hallenser Karnevals­umzug durch die Straßen marschiert, kann sich Küßner von Jahr zu Jahr über mehr Unterstützung von Firmen freuen, um Absperrungen und die nachträgliche Straßenreinigung zu finanzieren.

Die Dessauer ziehen am Sonntag vor Rosenmontag auf die Straßen. Der Karnevalumzug wird seit 22 Jahren ehrenamtlich gestemmt. Hier sorgt ein Festkomitee für die Organisation. Klaus Böttcher hat seit 2004 die Kappe für den Umzug auf. Er sagt, dass in Dessau ein sehr gutes kollegiales Klima zwischen den Karnevalisten und der Stadtverwaltung Dessau mit den notwendigen Ämtern besteht. Böttcher spricht von einer hervorragenden Zusammenarbeit mit der Abteilung Kultur und dem Verkehrsamt. Auch eine sehr gute finanzielle Unterstützung durch die Stadt führt der Präsident des Dessauer Festkomitees an.


Hier geht's rund - Große Festumzüge in Sachsen-Anhalt
  • Sonntag, den 3. März, ab 11 Uhr: Großer Rosensonntagsumzug in Dessau
  • Sonntag, den 3. März, ab 13.11 Uhr: Karnevalsumzug in Sandersdorf
  • Sonntag, den 3. März, ab 14.30 Uhr: Rosensonntagsumzug in Aschersleben
  • Montag, den 4. März, ab 11 Uhr: Rosenmontags­umzug in Halle
  • Montag, den 4. März, ab 11 Uhr: Kukakö-thener Rosenmontagszug in Köthen

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