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Supersonntag > Bernburg > Landesmeisterschaft der Männerballette: Spaßfaktor höher als Regeln >
Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 29.03.2018 um 13:09:59

Landesmeisterschaft der Männerballette: Spaßfaktor höher als Regeln

Abschlussfoto der 12. Landesmeisterschaft der Männerballette mit den ersten drei Platzierten. Abschlussfoto der 12. Landesmeisterschaft der Männerballette mit den ersten drei Platzierten.
Foto: Torsten Waschinski Galerie (1 Bild)
Stendal (TW). Wenn der Begriff Männerballett fällt, sind die meisten Meinungen darüber landläufig eher bescheiden: Kerle versuchen in Weiberklamotten, mit falschen Brüsten und Frauenperücken nach einstudierten Schritten möglichst feminin über die Bühne zu tänzeln.
 
Eine sportlich anspruchsvolle oder gar ästhetische Darbietung dürften hierbei wohl die wenigsten vor Augen haben.
 
Viele Männerballette sehen das offenbar ebenso und begnügen sich vordergründig mit dem Spaß-haben-Faktor. Vor allem die Landesmeisterschaft der Männerballette in Sachsen-Anhalt soll eben dieses Vergnügen bereiten.
 
Aus diesem Blickwinkel betrachtet, muss sich dieses Turnier allerdings auch gefallen lassen, in der Außenwirkung als reiner Frohsinn und weniger als ernsthafte Herausforderung wahrgenommen zu werden. Das Ansehen des Karnevals als Brauchtumspflege versackt damit jedoch in das unansehnliche „Trinken und Winken“, wogegen sich Verantwortliche schon seit Jahren stemmen.

So war es Dirk Vater bei der 12. Landesmeisterschaft der Männerballette am 24. März 2018 im Festsaal des Altmarkhotels „Schwarzer Adler“ in Stendal auch anzusehen, dass ihm der Spagat nicht leicht fällt, trotz gesetzter strenger Regularien, die teilnehmenden Vereine bei der Stange zu halten.

Vater ist Präsident des Karneval-Landesverbandes (KLV) Sachsen-Anhalt und sprang beim Wettbewerb als Jury-Obmann ein. Nach und nach weichte er festgelegte Grundsätze auf, um Narrenvolkes Willen zu gewinnen oder zu besänftigen.

>>>FOTOGALERIE: 12. Landemeisterschaft

Eine Maßgabe für die Teilnahme an der Landesmeisterschaft ist beispielsweise, dass keiner der Aktiven unter 14 Jahre alt sein darf. Zwei Männerballette konnten diese Voraussetzung nicht erfüllen. Kurzerhand wurde aber eine Juryentscheidung herbeigeführt, diese Ballette dennoch in die Wertung zu nehmen. Von einer Jury wohlgemerkt, die aus jeweils einem Vertreter der teilnehmenden Vereine besteht.

Fast ebenso verhält es sich mit Requisiten, die nach Vorgabe nicht vor dem Tanz auf der Bühne aufgebaut werden dürfen.
Da sich viele nicht daran hielten, verkündete Dirk Vater am Ende den Kompromiss: zehn Minuspunkte für die jeweiligen Starter. Regelkonform hätte eigentlich eine Disqualifizierung erfolgen müssen. Um aber auf der Höhe der Zeit zu bleiben, kündigte der KLV-Präsident an, die Regularien gemeinsam mit dem Präsidium vor der nächsten Meisterschaft anpassen zu wollen. Klar, dass das Publikum, vor allem Anhänger der tanzenden Männerballette, bei dieser Ansage laut jubelte.

Ohnehin steckt der Landesverband hinsichtlich der Landemeisterschaft der Männerballette in einem mittelschweren Dilemma. Es ist ein selbst initiiertes und organisiertes Turnier - ohne jegliche Qualifizierungsmöglichkeiten. Vom Bund Deutscher Karneval (BDK) als Dachorganisation besitzt diese Art des Männertanzes kaum eine greifbare Lobby. Was KLV-Präsident Dirk Vater veranlasst, hier eine Lanze für die Männerballette zu brechen und weiter dafür zu kämpfen, dass es vielleicht sogar mal eine Deutsche Meisterschaft unter dem Dach der Karnevalsverbände gibt.

Nicht zuletzt schläft die „Konkurrenz“ nicht. Strenge Regeln beim Karneval-Landesverband lassen immer mehr Männerballette abwandern zu offenen Turnieren des Bundesverbandes Deutscher Männerballette (BVDM). Unter dessen Namen findet am 5. Mai 2018 in Delitzsch die 4. Ostdeutsche Meisterschaft der Männerballette statt, ausgerichtet vom Eilenburger Carneval Club. Männerballette von Vereinen aus Sachsen-Anhalt nehmen daran teil.

Bei diesem Turnier, so heißt es, sei alles viel lockerer. Dennoch nehmen Spitzenballette an den Ausscheiden ebenso teil, wie an der Deutschen Meisterschaft der Männerballette am 2. und 3. Juni in Bonn.

So gesehen stecken die Brauchtumswächter von BDK und KLV in der Bredouille, um einerseits ihrem Ruf als die einzig wahren Vertreter des Karnevals gerecht zu werden und andererseits nicht in die Klamauk-Ecke abzudriften. Es ist auf jeden Fall ein Drahtseilakt, die Vereine mit ihren Männerballetten bei Laune zu halten.

Auch wenn die KLV-Landesmeisterschaft am Ende nach außen hin nur als Spaßwettstreit dasteht, nehmen Organisatoren wie Sieger die Sache sehr ernst. Gewinner lassen sich frenetisch feiern und genießen das Bad im Erfolg.
 
In diesem Jahr konnte der Zscherbener Karnevalsverein abermals über den Sieg jubeln und seinen Titel verteidigen. Mit "Die Schöne und das Biest" boten die Herren eine Darbietung, die zwar mehr an eine Musicalaufführung als an einen Männerballetttanz erinnert, doch für die höchste Punktzahl des Abends reichte es aus.
 
Platz zwei und damit den Titel des Vize-Landesmeisters ertanzte sich der Werdershausener Carneval Verein aus Gröbzig mit "Nachts im Kinderzimmer - wenn die Legokiste zum Leben erwacht!".
 
Der "Märchenprinz" verhalf dem Quenstedter Carneval Club Rot-Weiß zum dritten Platz.
 

Die Rangliste der 12. Landemeisterschaft
 
1. (265 Punkte; auch Publikumssieger) Zscherbener Karnevalsverein - "Die Schöne und das Biest"
2. (263 Punkte) Werdershausener Carneval Verein - "Nachts im Kinderzimmer - wenn die Legokiste zum Leben erwacht!"
3. (258 Punkte) Quenstedter Carneval Club Rot-Weiß - "Märchenprinz"
 
4. (241 Punkte) Carneval Club Wernigeröder Auerhähne - "Karl Mottengeist"
5. (223 Punkte) 1. Köthener Karnevalsgesellschaft Kukakö - "Im Auge des Tigers"
6. (208 Punkte) Rhodener Carneval Club - "Bayerntanz"
7. (201 Punkte) Carnevals-Club Halle-Neustadt "C²HN" - "In 5.23 Minuten um die Welt"
8. (198 Punkte) Karnevalsclub der Eisenbahner "Saxonia", Halle - "Hexe Baba Jaga"
9. (197 Punkte) Bernburger Karnevalsclub - "Im Altersheim"
10. (196 Punkte; auch Altmarkmeister) Schinner Carneval Club - "Punk"
 
11. (188 Punkte) Narraria Club Aken von 1875 (NCA) - "Schlumpfenparty"
12. (185 Punkte) HKG "Die Saalenarren", Halle - "Welcome to St. Tropez"
13. (175 Punkte) Seehäuser Carnevals Club - "Maskentanz der Dancing Queens"
14. (173 Punkte) Kultur- & Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Staßfurt - "Chaos im Orient"
15. (151 Punkte) Abtsdorfer Carneval Club - "Die Saubermänner"

Leserkommentare:


Andre S., Halle:
"Der werte Herr Autor dieses Artikels sollte mal gründlicher recherchieren. Das ist ja eine Zumutung was man hier zu lesen bekommt. Vor allem bei den Themen Brauchtumspflege, "Spaßwettstreit" und generell dem Thema eines modernen Männerballetts sollte man wenn man schon keine Ahnung hat nicht auch noch die eigenen falschen Vorstellungen mit einbeziehen. 6 Setzen, Thema verfehlt ist alles was mir Dazu einfällt."


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