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Susanne Haslbeck Susanne Haslbeck
aktualisiert am 09.03.2016 um 16:52:53

Richtfest in den Kuranlagen

Der Douche-Pavillon rechts neben dem Kursaal war in einem baulich schlechten Zustand. Der Dachstuhl war durch die aufsteigende Nässe schwer beschädigtund wurde jetzt erneuet. Am 4. März konnte das Richtfest gefeiert werden. Der Douche-Pavillon rechts neben dem Kursaal war in einem baulich schlechten Zustand. Der Dachstuhl war durch die aufsteigende Nässe schwer beschädigtund wurde jetzt erneuet. Am 4. März konnte das Richtfest gefeiert werden.
Foto: Susanne Haslbeck Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Bad Lauchstädt (red). Fast 250 Jahre lang wurde im Modebad Lauchstädt gekurt und der einheimische Adel sowie das wohlhabende Bürgertum gaben sich ein Stelldichein mit den geistigen Größen dieser Zeit. Der um 1780 eingeweihte Douche-Pavillon im Bad Lauchstädter Kurpark galt seinen Zeitgenossen dabei als ein medizintechnisches Wunderwerk.

Mit einer Handpumpe wurde der mineralische Lauchstädter Brunnen in die Kuppel des Pavillons gepumpt, dort erwärmt und mit Hilfe eines komplizierten Röhrensystems schließlich über die Badegäste, die in steinernen, im Boden eingelassenen, so genannten römischen Wannen saßen, gebraust. Ohne den Pavillon und seine weithin berühmte „Lauchstädter Douche“, so sind sich Experten heute sicher, wäre Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe wohl niemals nach Bad Lauchstädt gekommen und hätte hier auch niemals sein noch heute berühmtes und nach ihm benanntes Theater aufgebaut.
Denn erst diese völlig neuartige Form der „Bade-Therapie“ war es, die einst aus dem bescheidenen Badeort der Merseburger Herzöge das Luxus- und Modebad der sächsischen Kurfürsten und des mitteldeutschen Adels machte.

Wie die berühmte „Lauchstädter Douche“ einst funktionierte, kann man bald in der neuen Dauerausstellung sehen, die nach Abschluss der Sanierung im Pavillon einziehen soll.
Ende Mai dieses Jahres wird das so weit sein, war am 4. März von René Schmidt, dem Direktor der Historischen Kuranlagen und des Goethe-Thetaers Bad Lauchstädt, beim Richtfest für den Douche-Pavillon zu erfahren.
Anhand eines historischen Querschnitts von 1817 und der existierenden Bodenfunde wird ein Funktionsmodell des Pavillons in diese Ausstellung integriert.

Lange Zeit war der Pavillon vor allem im Inneren mehr ein Schatten seiner selbst.
Damit der Pavillon künftig wieder ein getreuliches Abbild des luxuriösen Kur- und Badebetriebes der ausklingenden Barockzeit wird, haben im Oktober 2015 die Sanierungsarbeiten begonnen. Die grundlegende Sanierung des Baudenkmales wird von der Architektin Dr. Antje Bauer aus Merseburg geleitet. Finanziell gefördert werden die Kosten von rund 600.000 Euro durch das Land Sachsen-Anhalt, die Ostdeutsche Sparassenstiftung und die Saalesparkasse.

Nach Fertigstellung aller Arbeiten kann der interessierte Besucher das restaurierte Gebäude künftig bis zur Kuppel erkunden und sich anhand zahlreicher Exponate einen Eindruck vom gesellschaftlichen Glanz des einzigen, im Original erhaltenen Kurbades der Barockzeit in Deutschland verschaffen.
Dafür wurde auch entsprechendes Interieur - zum Teil bei Auktionshäusern - wieder angekauft bzw. aus eigenen Beständen zusammen getragen und es wurden handgemalte Tapeten nach barockem Vorbild für die Auskleidung der Räume in einer Manufaktur in Auftrag gegeben.

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