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Am 14. Februar 1942 haben Gerhard und Emma Großer geheiratet. Kennengelernt hatten sich die Beiden zwei Jahre zuvor in Kötzschen im dortigen Gasthaus. Gerhard war zum Skatspielen dort, Emma mit anderen jungen Leuten, die bei einem Schlachtefest geholfen hatten. Er hat ihr zugezwinkert - das war’s! „Liebe auf den ersten Blick“, schwört Jubilar Gerhard Großer. Am 14. Februar 1942 haben Gerhard und Emma Großer geheiratet. Kennengelernt hatten sich die Beiden zwei Jahre zuvor in Kötzschen im dortigen Gasthaus. Gerhard war zum Skatspielen dort, Emma mit anderen jungen Leuten, die bei einem Schlachtefest geholfen hatten. Er hat ihr zugezwinkert - das war’s! „Liebe auf den ersten Blick“, schwört Jubilar Gerhard Großer. Foto: S. Haslbeck Kommentar schreiben
Susanne Haslbeck

"Das war Liebe auf den ersten Blick!"

aktualisiert am 27.04.2012 um 17:37:51

Braunsbedra (sha). Sie kennen sich seit 72 Jahren und ihre Zuneigung füreinander sieht man ihnen noch immer an: Emma und Gerhard Großer, 91 und 96 Jahre alt, feierten in dieser Woche ihre Gnadenhochzeit nach 70 gemeinsamen Ehejahren.

Beide sind froh darüber, noch immer rüstig und geistig fit zu sein, in den eigenen vier Wänden zu wohnen und auf die Familie zählen zu können. Fast jeden Tag - zumindest, wenn das Wetter mitspielt - sind Gerhard und Emma Großer in ihrem Wohngebiet in Braunsbedra unterwegs. „Der Rolli macht's möglich, eine tolle Erfindung“, meint Ehefrau Emma.


„Wenn wir unterwegs sind, treffen wir immer jemanden für ein Schwätzchen“, ergänzt Gerhard Großer. „Die Leute freuen sich immer, uns zusammen bei so guter Kondition zu sehen und wünschen uns dann noch viele schöne Jahre und Gesundheit“, freut sich das „Gnadenpaar“.

Seit drei Jahren sind Emma und Gerhard Großer in der Goethestraße zu Hause, ganz in der Nähe ihrer früheren Wohnung, in der sie schon seit 1966 lebten.


Dass die beiden Senioren heute mit über 90 noch „so gut beieinander“ sind - Lesen, Spazierengehen, Fernsehen alles noch möglich ist - dafür haben sie ein einfaches Rezept: „Viel Fahrradfahren, Gartenarbeit und überhaupt immer frische Luft um die Nase wehen lassen!“


Als sie sich am 14. Februar 1942 in Großkayna das Ja-Wort gaben, war Krieg und Gerhard Großer heiratete, so wie damals üblich, in seiner Uniform. Seine Emma trug ein tolles Brautkleid, denn sie hatte das Glück, eine Schneiderin zu kennen, die für sie nähte.


Gerhard Großer, der aus Schlesien stammt, erlernte den beruf des Schmieds. Emma Großer war meistenteils Hausfrau. Der gemeinsame Sohn Dietmar ist heute 63 Jahre alt. Zusammen mit seiner Frau Christine unterstützt er seine rüstigen Eltern im alltäglichen Leben: Einkaufen, Aufräumen, Saubermachen oder Wege erledigen - selbstverständlich helfen die Kinder und Enkel gerne.


„Wenn wir manchmal selber losgehen, um etwas zu besorgen, sehen das die Kinder nicht so gerne, weil wir uns nicht abmühen sollen“, verrät Gerhard Großer. Aber: „Wir brauchen eben auch mal ein bisschen Abwechslung!“, geben die beiden geselligen Senioren zu.


Die beiden Enkelsöhne, die Zwillinge Karsten und Torsten, haben Gerhard und Emma Großer inzwischen zu vierfachen Urgroßeltern gemacht. Die Urenkel sind zwischen 10 und 16 Jahre alt. Und natürlich waren auch die Jüngsten aus der Familie zum Feiern des äußerst seltenen Ehejubiläums eingeladen! Etwa 15 Personen insgesamt, alles Verwandtschaft, kam am Dienstag im Bungalow des Braunsdorfer Heimatvereins zusammen.


Und auch prominente Gäste konnten Großers an ihrem seltenen Ehrentag empfangen: Das „Aufgebot“ aus der Landeshauptstadt war mit Limousinen und Blaulicht usw. entsprechend; das Fernsehen war da, die Zeitungen sowieso, und bescherten dem ganzen Wohngebiet am frühen Morgen allerhand Aufregung. Man könnte sagen, der Wohnblock bekam „Schlagseite“, so viele Neugierige schauten auf einmal aus ihren Fenstern auf die dicht beparkte Goethestraße herunter.


Drin, in Nummer 35, gratulierte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff den Ehejubilaren persönlich und sehr herzlich, überbrachte Blumen und eine Urkunde der Landesregierung.

Als Gratulanten schlossen sich Saalekreis-Landrat Frank Bannert und der Braunsbedraer Bürgermeister Steffen Schmitz mit den besten Wünschen an.


Und während sich Gerhard Großer mit dem Ministerpräsidenten in ein Gespräch über seine frühere Leidenschaft, das Kleingartenwesen, vertiefte, erwärmte sich die „Dame seines Herzens“ für den jungen Bürgermeister ihrer Stadt.
Denn wie sich herausstellte, kommen beide aus dem gleichen Ort - Reipisch! Und weil der Landesvater wenig später ohnehin weiter musste (zur Kabinettsitzung nach Halle), wurde doch gleich noch vertieft, wer, wo, und ob noch immer, hier und dort in „Reipsch“ wohnt...


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