Lernprozeß im Ministerium
aktualisiert am 25.01.2012 um 14:11:13
Bernburg (red). Wenn alles gut läuft, soll der Straßenneubau Ende 2013 fertiggestellt sein.
Seit zwei Jahren ist die Südzufahrt in Bernburg gesperrt. Durch den Erdfall auf der ehemaligen Deponie musste der Verkehr umgeleitet werden. Dass das kein Dauerzustand sein kann, war allen Beteiligten klar. Unklar war nur, wie künftig eine dauerhafte Lösung ausehen soll. Während Stadt, Landkreis und Gewerbetreibende einen Neubau der Straße parallel zu den Schienen Richtung Kustrenaer Straße forderten, befürworteten Mitarbeiter des Verkehrsministeriums die Variante über die bestehende Umleitung durch die Kalistraße. Doch die Argumente aus Bernburg waren schließlich doch überzeugender. Da hat in Magdeburg ein Lernprozeß und ein Umdenken stattgefunden, gab Verkehrsminister Thomas Webel am Mittwoch auf einer Pressekonferenz unumwunden zu. Nun wird also neu gebaut. Auch die Finanzierung des Bauprojektes stehe inzwischen, informierte Thomas Webel vor den Gästen, die sich am Mittwoch im Sanitätshaus Klinz versammelt hatten. Dabei wird ein kleiner Trick angewendet. Die Landesstraße wird zur Kreisstraße und der Landkreis damit Baulastträger. Nur der Landkreis kann Mittel aus dem sogenannten Entflechtungsgesetz beantragen. Stadt Bernburg und Land Sachsen-Anhalt könnten das nicht, erläuterte Webel. Von den veranschlagten fünf Millionen Euro Baukosten kommen vier Millionen aus Mitteln des Entflechtungsgesetzes.
Den Rest des Geldes bekommt der Landkreis von Land finanziert. Woher das Geld komme und ob das eine Landes- oder Kreisstraße sei, ist dem Bürger letztendlich egal, weiß Thomas Webel. Wichtig ist, dass die Autofahrer, die Stadt Bernburg und die Gewerbetreibenden eine vernünftige Straße bekommen, so Webel.
Einige Untersuchungen sind allerdings noch durchzuführen. Deshalb könne er dem Landrat heute auch noch keinen Bewilligungsbescheid aber eine unterschriebene Garnatieerklärung überreichen, so der Verkehrsminister zu Ulrich Gerstner.
Oberbürgermeister Henry Schütze ist froh, dass sich der Kampf um den Neubau der Südzufahrt für Bernburg gelohnt hat. Zum zeitlichen Ablauf sagte er, dass das Ziel sei, bis Ende 2012 Baureife herzustellen. Dann wird der Auftrag ausgeschrieben. Wenn alles gut läuft, kann die Straße, inklusive der Ertüchtigung zwischen Krakauer Berg und Peißen, bis Ende 2013 fertig sein, gibt sich Henry Schütze optimistisch. Dafür müssen wir natürlich alle die Ärmel hochkrempeln, sagte er.
Ob die Kreuzungen am Krakauer Berg und in Peißen künftig als Kreisverkehr ausgebaut werden, steht noch nicht fest. Das wird erst bei den konkreten Planungen der Ingenieurbüros entschieden, erläuterte Landrat Ulrich Gerstner.